KWF – Forstmaschinenstatistik zeigt erneut dramatischen Absatzrückgang
admin 6. Mai 2010
Am 26. April 2010 stellte das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. bereits zum achten Mal die KWF-Maschinenstatistik vor. Damit informiert das KWF jährlich über die Neumaschinen-Verkaufszahlen für die Maschinengruppen Harvester, Forwarder (Kurzholz) und Seil-/Kranrückeschlepper (Langholz). Außerdem gibt sie Auskunft über die Entwicklungen auf dem deutschen Markt. Nach dem Rekordjahr 2007 war der Forstmaschinenmarkt in Deutschland bereits 2008 eingebrochen (vgl. KWF-Maschinenstatistik 2008). Die krisenbedingte Talfahrt setzt sich 2009 – im zweiten Jahr – ungebremst fort.
Laut KWF-Maschinenstatistik wurden im Jahr 2009 in Deutschland insgesamt lediglich 220 neue Forstschlepper für den professionellen Forsteinsatz (Forwarder, Kombischlepper und Seil-/Kranrückeschlepper) und 31 neue Harvester verkauft. Bereits 2008 waren die Verkäufe um 40% eingebrochen. Die aktuellen Zahlen sind nun insgesamt ein nochmaliger deutlicher Rückgang der Gesamtstückzahl um 47%.
Der Rückgang des Investitionsvolumens liegt jedoch noch beträchtlich höher. Die Statistik zeigt, dass die dramatischsten Einbrüche bei den Harvestern, der kapitalintensivsten Maschinengruppe, zu verzeichnen sind. Das Gesamtinvestitionsvolumen in CTL-Technik (Cut-to-Length) lag 2009 bei nur noch etwa 31 Mio. Euro (2008: 75 Mio.; 2007: 148 Mio.).
Die CTL-Maschinen (Harvester u. Forwarder) sind als Spezialmaschinen für den ausschließlichen Einsatz in der Kurzholzernte von der Absatzkrise deutlich stärker betroffen als die Seil-/Kranrückeschlepper und Kombischlepper mit ihrem breiteren Einsatzspektrum.
Nach wie vor hoch ist der Anteil an verkauften Modellen mit KWF-Prüfung. 65% der abgesetzten Forwarder und 71% der neu angeschafften Harvester führen das FPA-Prüfzeichen des KWF.
Von den gemeldeten Forwardern und Harvestern sind von rund zwei Drittel die Verkaufspreise in Grundausstattung durch die KWF-Marktübersichten und die KWF-Prüfberichte bekannt. Diese Preisangaben (ohne MwSt.) umfassen somit weder Sonderausstattungen noch berücksichtigen sie gewährte Rabatte oder Skonti. 2009 kostete ein Forwarder in Deutschland demnach im Durchschnitt rund 215.000 Euro, ein Harvester rund 380.000 Euro.
Zurzeit werden auch die Verkaufszahlen der Schweiz und Österreich auf vergleichbarer Datengrundlage erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse zu diesen Märkten werden vom KWF mit dem ausführlichen Projektbericht Forstmaschinenstatistik 2009 zur INTERFORST 2010 vorgelegt.
(KWF)
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Hintergrund:
Die Abfrage der Zahlen zum Erstellen der Forstmaschinenstatistik erfolgt jährlich und zentral durch das KWF. Die Daten werden streng vertraulich behandelt. Es handelt sich um eine Vollerhebung bei allen Herstellern und Importeuren. Sie werden ggf. durch qualifizierte Schätzungen ergänzt. Die Maschinenstatistik bietet somit den einzigen detaillierten und kompletten Überblick über die Situation und auch die Stimmung der gesamten Branche.
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